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Enges Reporting bei agilen Projekten

Wie bringen wir agile Methoden mit dem Bedürfnis nach engem Reporting in großen Unternehmen unter einen Hut? Je mehr agile Vorgehensmodelle Eingang finden in die Unternehmen, desto mehr stoßen wir auf Widerstand, wenn ein Lenkungsausschuss oder der Auftraggeber eines Projektes darüber informiert werden will, wie denn der Projektstand ist. Projektstand bedeutet ganz klassisch, dass regelmäßig berichtet wird. In der Regel erfolgt das Reporting in Rhythmen zwischen wöchentlich und monatlich. Berichtet wird, ob im Projekt alles rund läuft. Das heißt, ob die drei Ecken des Projektdreiecks – Zeit, Budget und Ergebnisqualität – im Einklang sind.

Der Rhythmus sind die Sprints

In agilen Projekten ist das aber schwer. Der Rhythmus sind die Sprints. Der verantwortliche Ansprechpartner des Auftraggebers ist der Product Owner, der aber meistens nicht der wirtschaftlich Verantwortliche ist. Einen Projektleiter im klassischen Sinne gibt es auch nicht. Das Team organisiert sich selbst und verantwortlich für den Prozess ist der Scrum  Master.

Das zentrale Thema, um hier ein Einverständnis auf beiden Seiten zu erlangen, ist das Verständnis untereinander für die Vorgehensweisen und Bedürfnisse,  ebenso wie eine Gewöhnung an agile Projektdurchführung. Je reifer das Unternehmen in dieser Hinsicht ist, desto leichter wird es. Reifer bedeutet in diesem Fall, dass man bereits Erfahrungen gesammelt hat.

Aber am Anfang steht ein großer Vertrauensvorschuss für das Projektteam. Am leichtesten fällt die erste Erfahrung, wenn ein Unternehmen beschließt, ein „Forschungsprojekt Agilität“ zu machen und das einzige Ergebnis, das am Ende da sein muss, die gemachten Erfahrungen sind. Idealerweise ergibt sich daraus eine Ableitung für die Zukunft.

Von der Unsicherheit zur Chance

Alles Neue beinhaltet Unsicherheiten, aber eben auch große Chancen. Sicher sind nicht alle Projekte für eine agile Durchführung bestens geeignet. Je näher man an Forschung oder Produktentwicklung ist, desto leichter fällt es auch traditionellen Unternehmen, mit Agilität zu projektieren. Eben weil sie es auch schon vorher gewöhnt waren, dass das Endergebnis nicht fix ist. Man hat „das Beste“ erarbeitet und es gibt eine große Toleranz gegenüber der Tatsache, dass die nächste Version oder die Generation 2 eben noch besser wird.

Merke: Je fixer die Ergebnisqualität sein muss, desto schwerer wird eine rein agile Projektdurchführung mit fixem Termin oder fixem Budget sein.